Zahnbewegung in der Kieferorthopädie einfach erklärt
Viele Patientinnen und Patienten in Oberbayern fragen sich:
Wie können sich Zähne überhaupt bewegen, obwohl sie fest im Knochen verankert sind?
Die Antwort liegt in einem faszinierenden biologischen Prozess, den wir uns in der modernen Kieferorthopädie gezielt zunutze machen.
Zähne sind nicht starr im Knochen fixiert
Zähne sind nicht direkt mit dem Kieferknochen verwachsen.
Zwischen Zahnwurzel und Knochen befindet sich ein feiner, elastischer Faserapparat – das sogenannte Parodontalligament. Dieses wirkt wie eine stoßdämpfende Aufhängung und ermöglicht es dem Zahn, auf sanfte Kräfte zu reagieren.
Genau diese Eigenschaft macht kieferorthopädische Zahnbewegungen überhaupt möglich.
Was passiert bei einer Zahnbewegung?
Wird mit einer Zahnspange oder Alignerschiene kontrollierter Druck auf einen Zahn ausgeübt, laufen im Knochen zwei Prozesse gleichzeitig ab:
1. Knochenabbau auf der Druckseite
Dort, wo der Zahn gegen den Knochen gedrückt wird, baut der Körper gezielt Knochen ab. So entsteht Platz, damit sich der Zahn bewegen kann.
2. Knochenaufbau auf der Zugseite
Auf der gegenüberliegenden Seite bildet der Körper neuen Knochen, um den Zahn wieder stabil zu verankern.
Dieser kontinuierliche Umbauprozess nennt sich knochenbiologische Remodellierung.
Warum Zahnbewegungen Zeit brauchen

Knochenumbau ist ein biologischer Prozess, der Zeit benötigt.
Zu schnelle oder zu starke Kräfte können:
- Zahnfleischrückgang begünstigen
- Zahnwurzeln schädigen
- Knochenabbau verstärken
Deshalb ist eine präzise, schonende und individuell geplante Zahnbewegung entscheidend für:
- gesunde Zahnwurzeln
- stabile Knochenverhältnisse
- langfristig haltbare Ergebnisse
Moderne Kieferorthopädie: sicher bewegen im Knochen
In der modernen, digitalen Kieferorthopädie – wie im KFO360°-Konzept – wird vor jeder Behandlung geprüft:
- Wie viel Knochen steht um jede Zahnwurzel zur Verfügung?
- In welche Richtung darf sich der Zahn sicher bewegen?
- Wie reagieren Kiefergelenke, Muskulatur und Biss auf diese Bewegung?
Mithilfe von 3D-Röntgen, digitalem Scan und Bone Mapping lassen sich Zahnbewegungen exakt planen – individuell, sicher und biologisch sinnvoll.
Warum die richtige Zahnbewegung so wichtig ist
Nur wenn Zähne innerhalb des vorhandenen Knochens bewegt werden:
- bleibt das Zahnfleisch gesund
- werden Zahnwurzeln geschont
- entsteht ein stabiler, funktioneller Biss
- lassen sich Langzeitschäden vermeiden

Eine gut geplante Zahnbewegung ist daher mehr als nur gerade Zähne – sie ist die Basis für langfristige Mund- und Kiefergesundheit.
Fazit:
Zahnbewegung ist kontrollierter Knochenumbau. Zähne bewegen sich nicht „einfach so“ – sie werden durch einen hochkomplexen biologischen Prozess im Knochen neu positioniert.
Moderne Kieferorthopädie nutzt dieses Wissen, um Zähne schonend, präzise und langfristig stabil zu bewegen.
In unserer kieferorthopädischen Praxis legen wir größten Wert darauf, dass jede Zahnbewegung biologisch sinnvoll, funktionell korrekt und sicher im Knochen erfolgt.